Qualität im Web I
Die 42 Merkmale woran man fachliche #Inkompetenz im #Web erkennt – und dies ist einer davon!
Schon vor einiger Zeit habe ich diesen Tweet verfasst – und nun möchte ich ihn noch einmal aufgreifen und über die Qualität des Webs philosophieren.
Im Grunde genommen geht es hier um ein Phänomen, mit dem man täglich konfrontiert wird. Jeden Tag werde ich mit gewissen Tweets und Feeds bombardiert, die prinzipiell dem Schema folgen: Eine Ansammlung von Tipps & Tricks, Merkmalen, Plugins, Ideen, Websites, etc. … kombiniert mit einer Zahl allem voran. Der Titel suggeriert in den meisten Fällen eine enorme Qualität – zumindest lassen das Adjektive wie “wichtigsten”, “ultimativsten”, “schönsten” … verheißen. Glücklicherweise lässt sich der Superlativ nicht mehr steigern!
Jetzt muss man sich unweigerlich zwei Fragen stellen: [1] Warum stößt man an jeder Ecke auf solche Blog-Titel? und [2] Was für eine Qualität steckt dahinter? Auf beide Frage möchte ich nun im Folgenden eingehen.
Widmen wir uns der ersten Frage, die man wesentlich leichter beantworten kann:
Zunächst einmal kann man ruhig einen Blick auf bekannte Blogs werfen, die genau dieses Schema nutzen. Auffällig zeigt sich da insbesondere das Smashing Magazine (en.), welches ja durchaus eine Reputation genießt. Ein solcher Artikel ist dann wie das nebenstehende Bild zeigt aufgebaut. Dies hat neben den suchmaschinen-technischen Vorteilen auch einen klaren Vorteil für den Leser: Übersichtlichkeit.
Doch Übersichtlichkeit und Suchmaschinen-Optimierung sind keine Kriterien für gute Inhalte. Mit der Zeit bekommt man ein Gespür für solche Ansammlungen und man weiß genau was sich dahinter verbirgt. Oftmals ist das weniger als gedacht. Das liegt zum einen daran, dass solche Artikel im Wesentlichen unvollständig sind. “Die 12 besten Tools wie man sein Leben besser organisiert” sind nunmal nicht die Antwort auf die Frage “Wie organisiere ich mein Leben?” – sie können zwar durchaus hilfreich sein, aber keinesfalls decken sie jedmögliche Situation ab. Der Kritikpunkt ist hier nicht unbedingt die Unvollständigkeit – sondern die Suggerierung einer Vollständigkeit (siehe Superlativ!).
Beim Durchlesen einiger solcher Artikel hat man auch zunehmend das Gefühl, es handle sich lediglich um eine Linksammlung. Vielfach wird auf andere Artikel verwiesen und lediglich noch ein Codeschnipsel dazugefügt und ein entsprechendes Bild gesucht. Das mag ja für den ein oder anderen nützlich sein – allerdings hat das wenig mit Eigenarbeit und Qualität zu tun – denn der ursprüngliche Artikel besteht ja bereits und wurde von einer anderen Person verfasst.
Was ich nun letztlich damit sagen will (oder auch “Fazit” genannt): Ich möchte und erwarte von jedem Blog eine gewisse Qualität. Das heißt nicht, dass jedes Wort eine Glanzleistung sein muss und auch bestimmt nicht, dass man keine Ansammlungen posten darf. Aber es wäre begrüßenswerter, wenn ein Artikel auch eine gewisse Eigenleistung erbringt und nicht nur leere (wiederholte) Phrasen beinhaltet.
Zum Abschluss möchte ich hier noch auf zwei Blogs verweisen, die genau der Qualität entsprechen, die ich so mag und damit auch deren Arbeit honorieren:
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